Sport im Winter: Warum auch bei Kälte Draussen trainiert werden kann

Draussen im Winter
Draussen im Winter

Gemeinhin kommt der Sport ab Ende September bei allen Freiluftfanatikern zu kurz. Wenn es kühl und feucht wird in Deutschland, ziehen sich die Läufer/-innen, Radfahrer/-innen und Yoga-Begeisterten aus den öffentlichen Parks und Flussauen zurück.

So mancher Fußballverein legt das Training im Winter in die Halle. Aber warum eigentlich? Sport im Freien ist auch im Winter gesund.

Kälte schadet der Gesundheit nicht

Kaum bewegt man sich im Winter in Richtung Haustür, wird die Nase nass und es kratzt im Hals. Aber ist das wirklich schon ein Anzeichen für Erkältungen? Mitnichten. Brillenträger wissen es: Beim Wechsel zwischen drinnen und draußen beschlagen die Gläser in der kalten Jahreszeit. Das bedeutet nicht, dass die Brille einen Schnupfen hat. Es liegt an der Luftfeuchtigkeit.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Und mit der Atemluft pusten wir kontinuierlich Feuchtigkeit in unsere Umgebung. Das ist gut so, denn die von Nase und Rachen angefeuchtete Luft bekommt der Lunge besser als trockene Luft. Nur wird die Nase eben draußen auch kalt, inklusive der Nasenschleimhaut. Die Feuchtigkeitsverhältnisse ändern sich, und darauf reagiert der Körper.

Mehr Nasensekret wird gebildet, um eventuell fehlende Feuchtigkeit auszugleichen. Gleichzeitig macht sich die Veränderung der Luftfeuchtigkeit im Rachenraum bemerkbar, ein leichtes Kitzeln oder Kratzen mit Hustenreiz kann auftreten. Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt ist das aber noch lange nicht. Die Kälte schadet der Gesundheit nicht, auch wenn der Körper darauf reagiert.

Die Kleidung muss stimmen

Was ist mit den Wintersportlern und -sportlerinnen? Leben alle Skifahrer, Snowboarder, Eiskunstläufer und Schlittenbegeisterte, Schneewandernde und deren weibliche Pendants am Rande des gesundheitlichen Ruins? Eher nicht. Sie haben ein recht starkes Immunsystem, und die Kälte macht ihnen nichts aus. Und sie haben vor allem die passende Kleidung. Während der Durchschnittsbürger sich erst einmal dick einmummelt, bevor es nach draußen geht, weiß der Wintersportler (und die Wintersportlerin), dass der Körper beim Sport schon von alleine einheizt.

Sportkleidung für den Winter ist zweckmäßig und besteht aus mehreren Lagen. Feuchtigkeitsabweisende innere Lagen werden direkt auf der Haut getragen und verhindern, dass die Kleidung Schweiß aufsaugt und nass wird. Vielmehr wird die Feuchtigkeit mit der Wärme von der Haut weg transportiert.

Darüber gehören wärmende Schichten von Fleece oder Merinowolle, die atmungsaktiv sind. Ob es ein Hemd und eine Fleecejacke ist, oder vielleicht doch noch ein zusätzlicher Pullover dazwischen, das bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass die Kleidung nicht einengt, keine Feuchtigkeit aufnimmt und die Muskulatur warm hält.

Ist das Wetter besonders unangenehm, gehört zur Sportkleidung noch eine äußere, wetterfeste Schicht. Das kann eine regenfeste Hardshell-Jacke sein, aber auch eine winddichte Softshell-Schicht. So kann das Wetter einem beim Laufen eigentlich egal sein – in der Kleidung kommt es nicht an.

Sport im Winter bietet viele Vorteile

Obwohl es kalt ist, die Haut sich ob der Temperaturen sofort rötet (vor dem Aufenthalt im Freien eine schützende Fettcreme auftragen, erst danach im warmen Haus eine Feuchtigkeitscreme) und die Nase tropft, stärkt der Sport im Freien das Immunsystem. Die Atemluft wird auf ihrem Weg zur Lunge angewärmt, so dass da keine Schäden zu befürchten sind.

Tiefes Atmen beim Sport versorgt den ganzen Körper mit viel Sauerstoff, der Wechsel von kalter Umgebung und warmer Muskulatur trainiert die Gefäße, und die Laune steigt durch die Bewegung. Winterdepressionen können Sie so genauso vorbeugen wie der Frühjahrsmüdigkeit, die Sie in ein paar Monaten von der abendlichen Joggingrunde abzuhalten droht. Kälte ist wirklich keine Ausrede – Sport im Freien ist auch im Winter gesund.